Klimakonflikte vertiefen soziale Ungleichheiten und die Krise der Demokratie. Der Streit um die Lebensführung bringt soziale Gruppen gegeneinander auf. Reichtumsklassen profitieren weiterhin von der Klimaschädigung. Die Folge: Es passiert zu wenig bis nichts, und die Katastrophe rückt immer näher. Um die drängenden Fragen des Klimawandels herum entstehen zahllose neue Konfliktherde, in die unterschiedliche Interessen, Wertvorstellungen und Sozialmilieus miteinander verstrickt sind. Klimapolitisch verhärten sich die Fronten, während bei Regierungen, in der Wirtschaft und bei der Bevölkerung der Klimawandel in den Hintergrund rückt. Dadurch bleibt die notwendige schnelle sozialökologische Transformation aus. Sighard Neckel plädiert in seinem neuen Buch für einen radikalen Umbau von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, für einen ökologischen "Infrastruktursozialismus" im Interesse des Gemeinwohls, um der drohenden Katastrophe doch noch Herr zu werden. Dabei nimmt er nicht nur eine Reihe von gegenwärtig zirkulierenden Scheindebatten auseinander, sondern zeigt auf, welche realistischen ökologischen und gesellschaftlichen Fortschritte trotz unserer bedrohlichen Lage möglich sind.
Wann: Dienstag, 21. April 2026, 16:45
Wo: BIG-Hörsaal, Hauptgebäude der Universität Wien, Tiefparterre, Stiege 1, Hof 1, Universitätsring 1, 1010 Wien
Vortrag: Sighard Neckel (Universität Hamburg)
Moderation: Ulrich Brand (Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien), Gerhard Herndl (Department für Funktionelle und Evolutionäre Ökologie, Universität Wien)
Diskussion: Kerstin Krellenberg (Institut für Geographie und Regionalforschung, Universität Wien), Lena Schilling (Abgeordnete im Europaparlament für "Die Grünen")
