IPW Lecture mit Heide Gerstenberger

Am 04.12.2019 sprach Heide Gerstenberger im Rahmen der IPW Lectures über "Nationale Souveränität: Crux, Chance und Geschichte".

Abstract

Dass Herrscher sich fortan gegenseitig nicht in ihre Angelegenheiten mischen sollen, ist 1648 in Münster beschlossen worden. Dieses Prinzip der Souveränität ist bis heute die Grundlage des internationalen Rechts. Seine wichtigste Veränderung geschah durch Revolutionen, die Fürsten ihr bisheriges Eigentum an Herrschaftsrechten abgesprochen und damit Souveränität zum Eigentum von „Nationen“ gemacht haben. Seither steht die Frage nach dem Recht der Zugehörigkeit zur Nation und damit der Mitwirkung an der „Souveränität des Volkes“ zur Debatte. Es gab immer faktische Beschränkungen der Souveränität, seit Mitte des 20. Jahrhunderts aber auch zunehmend formale. Ob diese sichern können, dass Souveränität nicht Regimen dient, in denen Menschenrechte verletzt werden, ist eine derzeit brennende politische Frage.

 IPW Lecture with Mark Flear

On 20. November 2019 Mark Flear held his IPW Lecture on the topic "Constructing Failure: A Tool for Participation by the Subjects of Health Research?".

Abstract:

Here, I argue that the process of constructing failure can be used by the subjects of actual or potential failure as a tool to demand and contest decision-making. I do so by referencing examples drawn from health research. I aim to illuminate how the construction of failure occurs within a risk-based framing, underpinned by bioethics and scientific-technical knowledge. I explain that this framing marginalises the embodied and experiential knowledges – key aspects of the social – that the subjects could contribute towards decision-making. By bringing together and synthesising insights from critical theory, law, bioethics, regulatory studies, anthropology and science and technology studies, I provide a new perspective on failure. From this viewpoint I show how the epistemic lacunae and blindspots in the process of constructing failure create space for participation in regulation by the actual or potential subjects of failure. Such participation holds out the promise of widening the knowledge base for decision-making, and from there responsibilities and accountabilities, so as to improve the efficacy and legitimacy of the health research enterprise.

The lecture was organised by the Centre for the Study of Contemporary Solidarity (CeSCoS).

 IPW Lecture mit Karl-Werner Brand

Am 23.10.2019 sprach Karl-Werner Brand im Rahmen der IPW Lectures über "Die sozial-ökologische Tranformation der Welt: Historische Dynamiken, aktuelle Perspektiven".

Abstract:

Sozial-ökologische Transformationen – verstanden als mehr oder weniger tiefgreifende Veränderungen gesellschaftlicher Naturverhältnisse – vollziehen sich nicht nur in Reaktion auf neue, gravierende Umweltprobleme. Sie sind immer auch in spezifische gesellschaftliche Kontexte und Entwicklungsdynamiken eingebettet. Im historischen Rückblick lässt sich so zeigen, dass zentrale Transformationen moderner Umweltparadigmen (Naturschutz “ Umweltschutz “ nachhaltige Entwicklung) eng mit den krisenhaften Umbrüchen und Restrukturierungen moderner, kapitalistischer Industriegesellschaften verknüpft sind. Diese folgen dem Rhythmus ‚langer ökonomischer Wellen‘. Welche Reformdynamiken, welche typischen Widersprüche und Ambivalenzen sozial-ökologischer Transformation sind daraus erwachsen? Welche Unterschiede weist diese Entwicklung in den westlichen Industrie- sowie in den heutigen Schwellen- und Entwicklungsländern auf? Und welche Perspektiven ergeben sich aus all dem für die aktuelle globale Umbruchsituation? Welche Chancen bestehen für ‚große‘ sozial-ökologische Transformationen und welche Antworten auf die aktuellen Herausforderungen konkurrieren miteinander?

In Kooperation mit dem Institut für Soziale Ökologie (SEC) an der Universität für Bodenkultur (BOKU).

 IPW Lecture with Carlo Knotz

On 4. June 2019 Carlo Knotz held his IPW Lecture on the topic "The Politics and Sociology of ‘Getting Tough on Unemployment’: New Data and Insights".

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Abstract:

Over the last decades there has been a pronounced trend toward tighter benefit conditionality across the advanced democracies, in particular in the case of benefits for the unemployed. Until recently, however, the very limited availability of systematic cross-country data on the conditionality of social protection benefits has posed a serious constraint to research into the political drivers behind this trend and the effects of these policies. A new comparative database on the strictness of unemployment benefit conditions and sanctions in 21 advanced democracies since the 1980s now allows researchers to move past this constraint. In his talk, Carlo will present this new database, novel findings based on this database, and still open questions that this database can help answering.

 IPW Lecture mit Hanna Kienzler

Am 5. Juni 2019 sprach Hanna Kienzler  im Rahmen der IPW Lectures über "The Politics of Mental Health System Reform in Contexts of Humanitarian Emergencies. Toward a Theory of 'Practice-Based Evidence".

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Abstract:

Humanitarian emergencies such as armed conflicts are increasingly perceived as opportunities to improve mental health systems in fragile states. Research has been conducted into what building blocks are required to reform mental health systems in states emerging from wars and into the barriers to reform. What is less well known is what work and activities are actually performed when mental health systems in war-affected resource-poor countries are reformed. Questions that remain unanswered are: What is it that international humanitarian aid workers and local experts do on the ground? What are the actual activities they perform in order to enable and sustain system reform? This talk begins to answer these questions through ethnographic case studies of mental health system reform in Kosovo and Palestine. Based on the findings, a theory of “practice-based evidence” is developed. Practice-based evidence assumes that knowledge is derived from practice, rather than the other way around where practice is believed to be informed by systematic evidence. It is argued that a focus on practice rather than evidence can improve system reform processes as well as the provision of mental health care in a way that is sensitive to local contexts, structural realities, culture, and history.

 IPW Lecture mit Petra Bendel

Am 02.05.2019 sprach Petra Bendel im Rahmen der IPW Lectures über "Zerbricht Europa an der Flüchtlingspolitik? EU-Mitgliedstaaten im Vergleich".

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Abstract:

Der Vortrag unterscheidet verschiedene Typen von Flüchtlingspolitiken in der EU und deren aktuelle Tendenzen. Diese werden sodann bewertet und künftige politische Handlungsmöglichkeiten ausgelotet. Den normativen Kompass bilden die Menschenrechte. Die daraus abgeleiteten Maßstäbe und Handlungsempfehlungen betreffen vor allem folgende Themenfelder: die künftige Migrationsaußenpolitik in der Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitstaaten, die Politik an den Außengrenzen sowie die Behandlung von Flüchtlingen im Innern der EU-Mitgliedstaaten.

 IPW Lecture mit Helge Schwiertz

Am 09.04.2019 sprach Helge Schwiertz im Rahmen der IPW Lectures über "Migration und radikale Demokratie: Die Selbstorganisation von Jugendlichen mit unsicherem Aufenthaltsstatus".

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Abstract:

Wie gelingt es migrantischen Jugendlichen zu politischen Subjekten zu werden und für ihre Rechte einzutreten? Wie ist es möglich, sich Herrschaftsverhältnissen zu widersetzen und inwiefern bietet Demokratie hierzu einen Bezugspunkt?
In seinem Vortrag geht Helge Schwiertz diesen Fragen nach, indem er den Begriff der „demokratischen Differenz“ sowie eine Theorie radikaler Demokratie als Praxis entwickelt und diese mit einer qualitativen Studie zur Selbstorganisierung migrantischer Jugendlicher in Deutschland und den USA verbindet. Theorie und Empirie treten hierbei in einen Dialog. Dadurch kann sowohl zu einem differenzierten Verständnis migrantischer Kämpfe als auch zu demokratietheoretischen Debatten beigetragen werden. Darüber hinaus wird die Frage aufgeworfen, wie Grenzen in Migrationsgesellschaften demokratisiert werden können.

Publikationshinweis:

Migration und radikale Demokratie
Politische Selbstorganisierung von migrantischen Jugendlichen in Deutschland und den USA

Die neue Publikation "Migration und radikale Demokratie" von Helge Schweirtz erscheint am 27. September 2019 über den transcript Verlag.

Wie gelingt es migrantischen Jugendlichen, zu politischen Subjekten zu werden und für ihre Rechte einzutreten? Wie ist es möglich, sich Herrschaftsverhältnissen zu widersetzen und inwiefern bietet Demokratie hierbei einen Bezugspunkt?

Helge Schwiertz geht diesen Fragen nach, indem er eine radikaldemokratische Theorie entwickelt und diese mit einer qualitativen Studie zur Selbstorganisierung migrantischer Jugendlicher in Deutschland und den USA verbindet. Durch den Dialog von Empirie und Theorie trägt er damit sowohl zu einem differenzierten Verständnis migrantischer Kämpfe als auch zu demokratietheoretischen Debatten bei und zeigt auf, wie Grenzen demokratisiert werden können.

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 IPW Lecture mit Ilija Trojanow

Am 11.04.2019 sprach Ilija Trojanow im Rahmen der IPW Lectures über "Die imperiale Sehensweise".

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Der Abstract zum Vortrag:
Die Haltung zur Welt, unsere Empathie wie auch unsere analytische Kompetenz, beginnt mit unserer Wahrnehmung. Und diese unterliegt bei Menschen aus Europa einer imperialen Prägung: Unser Blick ist bestimmt von einer althergebrachten Prägung aus Überheblichkeit, Dominanz und Paternalismus. Das betrifft auch die Bereiche der internationalen Hilfe, der real praktizierten Wohltätigkeit.

Den von Ulrich Brand angesprochenen Podcast, aus der Serie Trojanow trifft., bei dem Ilija Trojanow und Ulrich Brand über das Thema "Gerechter Wohlstand – Wege aus der imperialen Lebensweise" diskutiert haben finden Sie hier: https://bit.ly/2J8juRr

 IPW Lecture mit Béla Greskovits

Am 17.01.2019 sprach Béla Greskovits im Rahmen der IPW Lectures über "Civic Activism, Economic Nationalism, and Welfare for the Better-Off: Pillars of Hungary’s Illiberal State".

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Der Abstract zum Vortrag:
Explaining the remarkable political success of Premier Viktor Orbán’s illiberal state, the presentation makes two arguments. First, this success is traced to the Hungarian right’s superior embeddedness in civil society. Founded by Orbán in 2002, the Civic Circles Movement mobilized all fractions of the right to catch up in terms of contentious and non-contentious civic activism with the left and liberals. After eight years in opposition, the accumulated social capital turned into political capital leading to a landslide victory of the Fidesz party at the 2010 elections, and helping the consolidation of illiberal rule ever since. Second, after 2010, the resilience of Fidesz in power is also supported by its hybrid strategy of mobilizing consent of the „haves” internally, and satisfying veto-players externally. This strategy combines noisy rhetorics and policies of change with quiet policies of continuity. It rebalances cautious economic nationalism and neoliberalism; welfare protection for the „haves” and workfare for the „have-nots”; and buys time for enduring political dominance at present at the price of erosion of competititve advantages in future.

 IPW Lecture mit Flavia Fossati

Am 22.10.2018 sprach Flavia Fossati im Rahmen der IPW Lectures über "Labour market integration of immigrants: The employers‘ perspective".

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Der Abstract zum Vortrag:
Labour market integration is one of the most promising ways to integrating immigrants into a host society. However, there are different reasons why immigrants have a harder time obtaining a job. Beyond human and social capital issues (e.g. certificate recognition, language skills, etc.) sometimes also employers’ discriminatory behaviour hinders a successful labour market integration. This presentation explores when and why employers discriminate immigrants, and asks whether there are individual characteristics of immigrants (e.g. hobbies, volunteering activities, etc.) and/or policies (e.g. active labour market program participation) that can help mitigating the disadvantages immigrants face on the labour market.

 IPW Lecture mit Alex Demirović

Am 11.10.2018 sprach Alex Demirović im Rahmen der IPW Lectures über "Intersektionalität und ambivalente Identitäten".

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Der Abstract zum Vortrag:
Intersektionalität nimmt in Anspruch, verschiedene Ungleichheits- und Diskriminierungsdynamiken im Zusammenhang zu denken. Der Vortrag bezieht sich auf diesen An-spruch und erörtert die Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben.

 IPW Lecture mit Ireneusz Paweł Karolewski

Am 11.10.2018 sprach Ireneusz Paweł Karolewski im Rahmen der IPW Lectures über "Protest und Partizipation in Polen".

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Der Abstract zum Vortrag:
Nach der Machtübernahme durch die nationalkonservative PiS-Partei in 2015 entstand in Polen die sogenannte KOD-Bewegung ("Komitet Obrony Demokracji, dt. Komitee zur Verteidigung der Demokratie"), die—anders als issue-orientierte Proteste—zu einer regierungskritischen Bewegung wurde und somit mit der Solidarność-Bewegung der kommunistischen Zeit vergleichbar wäre. Mit den kontroversen Reformen der PiS stellt sich die Frage nach der Demokratie „zwischen den Wahlen“ in Polen, die sich vor allem auf die Rolle der Zivilgesellschaft und ihre demokratisierende Wirkung fokussiert. Der Vortrag versucht eine Annäherung an die KOD-Bewegung, vor allem im Hinblick auf ihre Positionierung zwischen der politischen Gesellschaft und der Zivilgesellschaft sowie die Bedeutung der „Solidarność“-Symbolik für die Bewegung. Es wird unter anderem argumentiert, dass die KOD-Bewegung trotz symbolischer Bezüge zur Solidarność entlang eines neues Identitätskonflikts mobilisiert wird, der zwischen einer retro-nationalistischen und einer liberal europäisierten Vision der Politik verläuft.

 IPW Lecture mit Mette Nordahl Svendsen

Am 05.10.2018 sprach Mette Nordahl Svendsen im Rahmen der IPW Lectures über "Humans, Pigs, and Genomes at the Borders: How the Danish Welfare State Metabolizes Life".

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Der Abstract zum Vortrag:
In this talk, I track policies and public discussions in relation to the border crossings of humans, pigs, and genomes in and out of Denmark. By bringing together these diverse forms of life, I aim to think anew about who or what may cross the physical and electronic borders of Denmark. Regulating the flow of bodies and genomes to enter this collectivity has been the center of gravity in welfare state life politics and central to building up the Danish welfare state, itself, from eugenics, through breeding of livestock—especially pigs—to prenatal diagnostics, and genomic and migration policies. In scrutinizing how the welfare collectivity gains its shape from what enters, is rejected, or becomes connected and transformed in the welfare state, I introduce the concept of the welfare state metabolism. I ask how this metabolism works, how it regulates what can go in and out Denmark, and how various forms of life—humans, pigs, genomes—are transformed to life-sustaining fuel for the collectivity. I show how these figures are metabolized in ways that are not only parallel but also intersect. Borders and border crossings reveal themselves as being at the center of the welfare collectivity.

 IPW Lecture mit Hendrik Wagenaar

Am 16.05.2018 sprach Hendrik Wagenaar im Rahmen der IPW Lectures über "The Emergence of Civic Enterprise: Bottom-Up Social Innovation and the Possibilities for Democratic Renewal in the Administrative State".

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Der Abstract zum Vortrag:
Over the last two decades Civic Enterprises (CEs) have emerged in virtually every European country addressing a wide range of social needs, such as work integration, child care, adult care, urban renewal, community development, social welfare delivery, and sustainable energy. Civic enterprises may become sites of innovation and experimentation with new forms of organisation, financing and governance. Based on fieldwork in the Netherlands, I describe how citizens navigate the political-administrative environment in which their civic enterprise operates and how they position themselves within and against that environment. In the second part of my presentation I address the key question to what extent these bottom-up citizen initiatives are able to scale up to more enduring, institutionalized democratic innovation. Alternatively I interpret them as a form of social innovation, as a counter-institution within a radical democratic framework, and as hybrid forms of governance within a culture of administrative democratisation.

 IPW Lecture von Bernhard Rieder zum Nachhören

Am 21.03.2018 sprach Bernhard Rieder im Rahmen der IPW Lectures über Data Mining.

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Die Folien zum Vortrag finden Sie hier.

Der Abstract zum Vortrag:
This talk will discuss data mining understood as the purpose driven reading of empirical reality in relation to recent debates about the "ethical issues" raised by these practices. While the identification of such issues and proposals for possible "solutions" certainly has merit, we should ask what the focus on codes of conduct and on values such as privacy, transparency, and accountability leaves unsaid and unexamined. Such an interrogation must engage the epistemological specificities of data mining practices as well as their embedding in larger technical systems, regulatory regimes, and systems of value. Through this, I hope to frame data mining as a political problem that requires a broader scope than ethical reasoning alone can provide.